Gruppendynamische/r Leiter/in
Kurzvita
Meine Arbeit basiert auf vier Jahrzehnten Erfahrung in Supervision, Führung, Lehre und Gruppenarbeit. Sie ist in der phänomenologischen Tradition verankert und verbindet praxisgeleitete Organisationsarbeit mit reflektierter Erfahrung. Sie ist psychodynamisch, gruppendynamisch und organisationssoziologisch fundiert.
Persönliche Anmerkungen
Mitgliedschaften:
-DGSv | DGGO | DBG Deutsche Balintgesellschaft Sektion III multiprofessionell | Freiburger Vereinigung der Supervisor:innen FVS
Beschreibung Tätigkeit
Meine erste Begegnung mit Gruppendynamik im Jahr 1984 in einem zu eröffnenden Pflegeheim im Rheingau prägt mich bis heute: Drei Tage unstrukturierte Gruppenarbeit, nur wir Mitarbeitenden als Gruppe, geleitet von einer ÖAGG-Trainerin. Diese Freiheit, die Resonanz und die Konfrontation mit mir selbst ließen mich begreifen, wie viel man über sich selbst und andere lernen kann, wenn man sich zeigt und sich einläßt, und was entsteht, wenn man die Unsicherheit aushält und Strukturen sich durch reine Auseinandersetzung im Miteinander bilden.
Dieses Lernen trägt mich bis heute weiter als jedes Modell.
Anfang der 1990er Jahre folgten Trainings und die Gruppendynamik-Ausbildung, darunter Sensitivity-Trainings beim agm Münster – dazu ein zehntägiges Orga-Laboratorium mit über sechzig Teilnehmenden. Diese Erfahrungen -und spätere Trainigs- lehrten mich, Irritation als puren Lernmoment zu begreifen. In Leitungssituationen bedeutet das: genauer hinsehen und hinhören, Menschen und Prozesse würdigen und Spannung halten. Ein Satz begleitet mich seither:
Gruppen und Teams ihr Leben lassen.
Besonders in der Fallsupervision zeigt sich die Kraft der Gruppendynamik, wenn die Dynamik durch das „Nadelöhr des Falls“ geht, wie Gerhard Wittenberger es beschrieb. Rollen, Widerstände und Einflusslinien werden sichtbar und bearbeitbar. Das verlangt Frustrationstoleranz und eröffnet gleichzeitig echte Handlungsoptionen. Dialogisches Feedback wirkt hier als Hebel für Veränderung und Selbstermächtigung, sodass Teilnehmende mit einem innerlich klaren, freien Blick auf sich selbst gehen.
Führung ist die Kunst, Räume zu halten – Räume, in denen Menschen wachsen, Verantwortung übernehmen und ihre Grenzen erkennen können. Das verlangt die Kraft, sich im richtigen Moment zurückzunehmen und die Ungewissheit des Prozesses auszuhalten. Leitung zeigt sich darin, präsent zu bleiben, Orientierung zu geben und Spannungen zu tragen, bis der Moment zum Handeln reif ist. Darin liegt die erkenntnisorientierte Essenz von Führung: Prozesse so gestalten, dass Menschen ihre Kraft entfalten können.
Wer in der Pflege und Sozialwirtschaft arbeitet, begegnet täglich dem Existenziellen: Bedürftigkeit, Scham, Trauer und Tod. Hier braucht es Haltung, um zu schützen, zu führen und Sprache für das Unsagbare zu finden. Die Gruppendynamik ist dabei ein Resonanzraum, der spürbar macht, dass Vielfalt die eigentliche Ressource ist. Unterschiedlichkeit erweitert den Blick, macht neue Wege sichtbar und stiftet Halt im Miteinander. In diesen Räumen sind radikale Wertschätzung und Klarheit die eigentliche Kraftquelle.
Kompetenzerweiterungen und -Festigungen:
-Balintgruppenleiter & Supervisor FIS Wiesbaden,
-Organisationsentwicklung, oezpa Erftstadt
-Selbsterfahrungen und Weiterbildungen in Gruppen- und Psychoanalyse
-Person und Gruppe, Zentrum für angewandte Psychologie ZAP Nürnberg
-Gruppendynamischer Leiter & Berater, agm
-Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers
-Qualitätsmanagement TQM und KVP, EFQM-Assessor,
-Betriebswirtschaft und Controlling AKAD
-Klinik- und Pflegemanagement, Caritas-Akademie Freiburg i.Br.
-Staatlich anerkannter Altenpfleger
-Industriekaufmann IHK