Monika Stützle-Hebel/ Klaus Antons:
Zur Aktualität von Kurt Lewin. Einführung in sein Werk.
"Monika Stützle-Hebel (msh): Herr Lewin, was sagen Sie dazu, dass fast 80 Jahre nach Ihrem Tod sich zwei Psychologen mit Ihrem Werk befassen?
Kurt Lewin (kl): Offenbar ist hier noch keine Sättigung* eingetreten, wenn selbst so lange nach meinem Tode Interesse daran ist. Selbst wenn äußerlich eine Wiederholungshandlung vorliegt, werden meine Werke offensichtlich nicht als ein „auf-der-Stelle-treten“ verstanden, sondern als ein Weiterkommen im Forschungsprozess. Sie kennen doch bestimmt die Marianne Soff, die hat das ja sehr elaboriert auf Burnout angewandt; Burnout kannten wir ja noch nicht. Im Übrigen möchte ich anbieten, dass Sie Kurt zu mir sagen – das habe ich in Berlin immer so gehalten mit meinen Studenten und Doktorandinnen.
Klaus Antons (ka): Gerne, Kurt. ich heiße Klaus. Was sagst Du zu der vor wenigen Jahren auf der ganzen Welt durchgestandenen Corona-Situation?
kl: Ja, das kann man so oder so sehen. Das ist ein typischer Aversions-Aversions-Konflikt*. Entweder man lässt sich impfen und leidet… oder man lässt sich nicht impfen und leidet auch…“
So beginnt das fiktive Interview am Anfang des neuesten Buches unserer DGGO-Mitglieder Monika Stützle Hebel und Klaus Antons „Zur Aktualität von Kurt Lewin“ – ein wenig unernst nach all der Mühe, die das Zusammentragen von aktuellen Spuren des Wirkens dieses großen (Sozial)Psychologen des letzten Jahrhunderts auch gemacht hatte. Unter „Das Phänomen Lewin“ stellt Helmut Lück die Person vor und wir geben einen Abriss seiner Feldtheorie, um dann „Lewins Entwicklungsstadien“ nachzuzeichnen, bevor wir zu „Lewins Erbe“ übergehen: der Gruppendynamik, der Aktionsforschung und der Organisationsentwicklung. Hier stellen wir die theoretischen Grundzüge der Beschreibung von aktuellen Entwicklungen und „Fundstücken“ voran. In einem vierten Abschnitt gehen wir Lewins Spuren in verschiedenen Themenbereichen nach: Minoritäten, Demokratie lernen, ein Blick über den Gartenzaun zu Agilität und anderen Praxisfragen. Unser Fazit beschließen wir mit den Worten von Michael Papanek, Lewins Enkel: „... that is why people still care so much, I think.“
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